Identitätskrise?

Momentan befinde ich mich an einem Punkt, an dem ich vor lauter Notfallschnecken, Häkeln, Anleitungen austüffteln, Fotografieren, Schwedisch lernen (Ja, ich habe mir vorgenommen Schwedisch zu lernen, VORGENOMMEN noch nicht angefangen ^^), Alltag, meinem Schatz und… ach ja arbeiten gar nicht mehr weiß, ob da noch genug Raum für mich selbst ist. Auch wenn ich das alles gerne mache (bzw. gerne tun würde), habe ich doch immer das Gefühl, anderen etwas schuldig zu sein; Leistung für den Chef, kackfreie mit Futter gefüllte Terrarien für kleine bobenlose Löcher, Balkon bepflanzen damit die teure Erde und das gute Bio-Saatgut auch ja nicht umsonst waren, ein offenes Ohr für die zur Zeit leider zahlreichen Probleme meines Schatzes, Ideen und Theorien für bisher unerforschte Schneckekrankheiten auf Anfrage entwickeln und und und…

Da frag ich mich, halse ich mir zu viel auf? Ich mein, bis vor ein paar Monaten hatte ich keine wirklichen Hobbies; jetzt bin ich nur noch am Knipsen, Fimmeln, Zuhören, Trösten, Tüffteln, Rätseln und Schneckenzeug machen. Bei all dem scheine ich mich selbst zu vergessen. Wie ich auf den Gedanken komme? Ganz einfach: Am Samstag lieh ich mir spontan und ohne nachzudenken ein Hörbuch aus der Bibliothek aus. Und zwar dieses:http://www.amazon.de/Treuepunkte-Susanne-Fr%C3%B6hlich/dp/3810506702. Eigentlich lese ich solche Bücher nicht (bzw. höre sie mir nicht an). Es war eher flach aber kurzweilig und amüsant. Jedenfalls habe ich -typsich Frau- die dortige Geschichte mit meinem Leben / meiner Beziehung verglichen und -natürlich- Parallelen gefunden. Gebe ich mir bei all meinen mehr oder weniger freiwilligen Verpflichtungen noch genug Mühe für meine Beziehung? Also die Alltagssachen und so laufen ja, aber eben dieses Besondere… Ich hab das Gefühl, dass es bei all dem Stress der letzten Wochen und Monate verloren gegegangen ist. Oder hoffentlich nur verbuddelt unter dem Alltagsmüll. Zeit zusammen, in der man an keine Probleme, Alltagssorgen und Pflichten denkt, hatten wir 2 wenig die vergangene Zeit. Ich kann mich selten so richtig fallen lassen, zu sehr belasten mich so manche Dinge.
Da mein Schatz weniger der Powertyp (wie ich) sondern eher der Ruhige und Gemütliche von uns beiden ist, leidet er besonders darunter, denk ich. Er braucht die Erholung und das Besondere eigentlich wahrscheinlich noch mehr als ich.
Nach diesem Audio-Input überdachte ich also meine momentane Situation. Nein, ich habe keine Hobbies abgeschworen, dafür mag ich sie zu sehr. Vielmehr wurde beschlossen, mehr für sich selbst zu tun, so entspannter zu sein un dsomit den Schatz davon profitieren zu lassen. Gesagt-getan. Heut gings ab zum DM und wieder raus mit ner riesen Wellnesstüte voller schöner Sachen. =) Bodylotion, Duschcreme, ein neuer toller Kamm (nicht lachen, ich hab mich echt drüber gefreut), meine Lieblingsspülung und noch viel mehr landeten im Korb. Ab jetzt wird sich verwöhnt und so viel wie geht für die Entspannung getan – Kampf der (Alltags-) Stressfront!!! Da ich die gegenwärtige Probleme nicht wegschieben kann, muss ich meine Sicht auf sie in eine positive ändern, hab ich mir überlegt. Mein Plan:
– sich gute Dinge tun
– entspannt und ausgeglichen sein
– die Dinge gelassener sehen
Folge: meinen Schatz glücklicher machen.
Haltet mich ruhig für verrückt aber ich glaub, das funzt. Strahlt man selbst innere Zufriedenheit aus, nehmen das die Mitmenschen war und entspannen sich ebenfalls (Ich hör mich an wie son Selbsthilfebuch aber ich glaub dran ^^).

Ich mein, es ist ja nicht alles schlecht. Im Job läufts ja ganz gut (auch wenn es zeitweilig etwas überfordernd ist), den Schneckchen gehts gut und ich hab bereits einige vermitteln können (sie werden die Woche abgeholt – juhu), mein Schatz und ich sind gesund und ich mag meine Wohnung (wie ich letztens wieder feststellte). Aber der Mensch beschwert sich halt immer. Da ist ein kleiner schwarzer Fleck auf der tollen weißen Weste und schon ist das Geheul groß.
Aber was soll man machen – dafür ist man ja Mensch. Und solang man der Meinung ist, anderen ginge es schlechter als einem selbst, kanns ja nicht so schlimm sein.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Dies und Das

Eine Antwort zu “Identitätskrise?

  1. Hi!

    Ich finde es toll, wie Du es geschafft hast, einen Weg für Dich aus Deiner „Krise“ zu finden! Dein Plan klingt gut – und ich denke auch, dass der funktionieren wird! 🙂

    Ganz im Ernst – ich habe nicht den Eindruck, dass Du wie ein Selbsthilfebuch klingst – eher wie eine gute Psychologin!

    Blick nach vorne richten – die Probleme angehen – nicht in Selbstmitleid versinken… Das ist etwas, das ich mir selbst auch immer wieder beibringen muss. 😉

    Ich wünsch Dir alles Gute für die nächste Zeit!!

    LG, BaPsy

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