Selbstfindung (ein langer Post über meinen momentanen seel. Zustand)

… ist ein Thema, mit dem ich mich schon länger beschäftige. Das heißt besonders, seit sich in meinem Leben immer mehr und mehr Dinge nicht ganz so entwickeln wie ich es mir wünsche. „Das ist doch was ganz Normales, niemand weiß, was das Leben für einen bereithält“, mag sich da so mancher denken. Und ich stimme demjenigen sogar zu. Keiner weiß, wo es für einen selbst einmal hingehen mag, was in ein paar Jahren sein wird…

Nur leider bin ich ein  Mensch, dem diese Gegebenheit nicht sonderlich zusagt. Aufgrund vergangener traumatischer Erfahrung in meiner Jugend, brauche ich um mich rum ein sicheres, stabiles Umfeld, von dem ich weiß, dass es auch morgen noch da sein wird und über dessen Entwicklung ich zumindest teilweise die Kontrolle habe, sodass für mich nichts Nachteiliges entsteht. Im Kombination mit meinem Ehrgeiz, alle an mich gestellten Anforderungen zu erfüllen um im Leben voran zukommen, hat mich das zu einem sehr speziellen Menschen gemacht. Sei es früher die Schule oder heute der Job, ich wollte und will immer noch für mich das Bestmögliche erreichen und tue dafür auch Entsprechendes. Denn ich denke, jeder kann zumindest seinem vorbestimmten Weg eine gewisse Richtung durch persönliches Engagement geben.

Nur stößt das in meinem Umfeld immer mehr auf Gegenwehr. Mein Freund hat mich so kennen gelernt. Er kennt mich so und nimmt mich zum Glück so wie ich bin. Er ist jedoch praktisch das vollkommene Gegenteil von mir, was in unserer Beziehung nicht selten zu Spannungen führt. Sein Leben entwickelt sich nicht so, wie ich mir das für ihn (und letztlich auch für mich) wünschen würde. Es lagen und liegen (teils selbst geschaffene) Hürden vor ihm, die mich mit belasten, und das sehr. Er weiß das, hat Verständnis aber kann letztlich nichts daran ändern weil es meine persönliche Einstellung zu dem Ganzen um mich ist, dass mich mich da so reinsteigern lässt. Das schadet allem und wir beide wissen es. Nur ich weiß eben auch, dass wenn ich mich nicht für „sein Leben“ interessieren und ihn machen lassen würde, wir heute nicht da wären, wo wir sind. Es ist schwierig für mich. Alles momentan, auch auf Arbeit. Kollegen haben seit Längerem ein Problem mit mir und der mit in der Praxis zugeteielten Rolle, sind aber nicht bereit, mit mir darüber zu sprechen. Das macht mich, wo ich davon weiß, traurig und hat mir Vertrauen genommen weil ich ein anderes Konfliktverständis habe. „Wenn man nichts sagt, ändert sich auch nichts.“ Ich kann unbeliebte Dinge an mir nicht korrigieren, wenn ich davon nicht weiß. Es ist ein Kreislauf. Aber ich will auch keine Rolle spielen. Ich stehe ja zu mir und meinem Charakter, will keine Rolle im Leben spielen, weder in meiner Partnerschaft noch in meinem Job.

Doch letztlich merke ich, dass ich nicht weiterkomme, dass ich einfach anders bin. Gut, jeder ist individuell. Aber wenn es einem so bewusst wird, trifft das tief. Aufgrund der Probleme, mit denen ich mich schon sehr früh auseinandersetzen musste, denke ich in vielen Dingen einfach anders als Gleichaltrige, empfinde an bestimmten Sachen keinen Spaß, habe andere Vorstellungen von Freizeitgestaltung und Zukunftssplanung. Viele halten mich deshalb für sehr erwachsen, das ist zum Einen natürlich schmeichelnd aber zum Anderen fühle ich mich dabei unwohl. Ich will nicht mit 22 wie 35 denken…

Ich frag mich oft, ob ich deshalb „etwas“ verpasst hab. Halt alles, was man so macht wenn man jung ist… tanzen gehen, einfach rumhängen, auf Parties gehen… all das ist bei dünn gesäht, Manchem kann ich einfach nix abgewinnen. „Langweiler“ könnte man das nennen… Bin ich langweilig?

Ich mein, etwas „freakig“ veranlagt scheine ich schon zu sein, meine Hobbies sind ja nun nicht unbedingt Mainstream. Zum Glück habe ich liebe Menschen gefunden, die da ähnlich gestrickt sind.

Aber trotzdem fühle ich mich in meinem Leben momentan nicht mehr so recht wohl, beginne selbst zu merken wie ich mir heile kleine Welten (siehe Puppenhobby) zu schaffen versuche, mir wünsche „anders“ zu sein. Ich weine auch viel in letzter Zeit, was früher eigentlich nie ( wirklich, ich hab seit ich denken kann, so gut wie nie geweint) der Fall war.

Nun frage ich , wie anders möchte ich sein; erwachsener um meine Probleme objektiver, distanzierter betrachten u und lösen zu können, oder er jünger, wilder um so bestimmte Dinge nicht so eng zu sehen, lockerer zu werden? Und wie stell ich das an? Da kommen mir die wildesten Gedanken… letztens z.B. der spontane Wunsch nach einem Tatoo. Sowas war für mich nie ein Thema, ich hab keine Vorstellung aber iwie den Drang, eins haben zu wollen…

Auch ist da meine eigentlich nicht sonderlich neue Faszination für bestimmte Menschen. Ich muss dazu sagen, dass ich diese typische Teenie-Phase, in der man einen oder mehrere Stars anhimmelt und sowas nicht mitgemacht – wohl übersprungen – habe. Einzelne Lieder fand ich schon gut aber der Mensch dahinter war mir meist nicht wichtig. Anders jetzt. Schon seit ihrem ersten veröffentlichten Song, interessierte ich mich für sie. Bitte nicht lachen, aber ich stöber seit einiger Zeit ziemlich gehäuft nach Infos im Netz über Lady GaGa, ein Mensch, der eigentlich vollkommen anders ist als ich. Zumindest was das Sichtbare angeht. Ich will mich nicht so stylen wie sie, dazu bin ich dann doch wohl zu „introvertiert“ aber sie fansziniert mich als Persönlichkeit neben ihrer Musik, die ich zum großen Teil auch gut finde. Sie hat sich durch harte Arbeit, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen an die Spitze gekämpft, macht vieles selbst und glaubt an sich. Ich denke, ich scheine mich in ihr wieder zu erkennen, in ihrem Charakter zumindest. Zudem ist Sie die Erste, die ich mir live anhören kann ohne es s****e zu finden und bei der ich mir vorstellen kann, ein Konzert zu besuchen. Bin ich jetzt „Fan“? Und ist das überhaupt von Bedeutung? Für mich sind das Dinge im Leben, die ich das erste Mal erlebe, nicht dass ich die letzten Jahre abgekapselt irgendwo vor mich hin gestrebert hab, aber es war halt einfach noch nie so und ich frag mich warum das jetzt passiert…

Solche und viele weitere Fragen stelle ich mir in letzter Zeit ohne Anworten zu finden. Wahrscheinlich kann mir die auch kein Anderer geben außer ich selbst. Aber vielleicht denke ich einfach auch zu viel über mich nach…

Das war ein langer, sehr langer Auszug aus meinem Inneren, den ich hier niederschreibe, um es mir von der Seele zu reden. Mir ist das Ganze weder peinlich noch will ich mich verstecken, so läuft es bei mir eben gerade und ich spiele auch hier im Blog keine Rolle.

Ich danke den lieben Menschen, die schon länger im tröstende Worte für mich haben und die mir viel bedeuten…auch wenn ich die meisten noch nie persönlich kennenlernen durfte, ist da doch ein  großes Gefühl von Vertrautheit und Ehrlichkeit entstanden, dass mir selbst im persönlichen Alltag nicht oft so begenet.

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Selbstfindung (ein langer Post über meinen momentanen seel. Zustand)

  1. Froschprinzessin

    oh liebe lapetite *_* *erstmal muss ich dich mal gnaz doll drüggen*
    und ich hoffe es ist okay, wenn ich meinen senf mal hier dazu gebe…

    Ich kann dich in gewisser weise sehr sehr sehr gut verstehen.
    Ich hab auch laangezeit keinen Bock auf sowas wie saufparties oder disco oder sonstwas gehabt. Auf saufen und exzesse hab ich immernoch keinen bock, ebenso wenig auf kneipen abende oder sonstwas.
    allerdings hab ich z.b. für mich rausgefunden, dass man tatsächlich mit der richtigen disco sehr viel spaß haben kann.

    nachdem ich mich 3 jahre meines lebens vorm pc verkrochen habe und echt ein kellerkind war hab ich nun auch eine gewisse workerholic-prägung in mir..mein freund schludert auch gerne und macht irgendwas so wie ichs nich toll finde, mal kommt er 5 std zu spät ohne bescheid zu sagen, da tick ich dann auch voll aus und denk mir, entweder ich machs selbst oder es is nicht gut genug.
    also da kann ich dich auch nachvollziehen.

    und man selbst zu sein ist eigentlich immer gut! nur manchmal hilft es, abstand zu wahren und nich gleich alles preis zu geben, bis man sich sicher ist, das ist ja nicht verstellen, das ist nur vorsicht und gesundes misstrauen 😉

    vielleicht hilft es dir ja wirklich auf ein konzert zu gehen, oder dir vielleicht eine musikrichtung/disco z usuchen in der du dich wohlfühlst (ich kenn dich nicht, ich kann da nur von mir sprechen; die „Fleiscbeschau“ und das gesaufe in normalen discos fand ich auch immer total furchtbar, ätzend und sonstwas, und nun geh ich seit ich 19 bin in gothic-discos…und da is alles anders der alterdurchschnitt is höher, man wird nich dumm angemacht (oder wenn kommts selten vor und die dummen leute gehen dann auch einfach wenn man „nein danke“ sagt) und das hat mir schon sehr gehofen…)

    das mit diesem tattoo gedanken.. sowas hab ichauch manchmal 🙂 ich hab aber damit angefangen mir die ohren zu piercen (obwohl das nun auch nur 4 ohrlöcher geworden sind XD)
    vielleicht solltest du dich erstmal piercen lassen XD das kann wieder zuwachsen wenn mans bereut… nur zur vorsicht 🙂

    uund: jeder hat irgendwas wo er sich ne heile welt baut, manche kiffen, manche saufen, manche spielen WOW…herrje Puppen sind total in ordnung, da macht man wenigstens noch was kreatives bei (was man von WOW oder saufen nich behaupten kann) man näht und häkelt und macht fotos und schult seine handwerklichen fähigkeiten mit köprer und augen tauschen und face ups 😀 das is doch eigentlich ne bessere art von realitätsflucht als andere. und vor allem: wenn mans schon selber weiß dass es ne art flucht ist, dann is ja gewährleistet, dass man sich nicht verliert, weil man hat sein verhalten ja durchschaut 😀
    also finde ich könen wir getrost weitermachen (ich bin ja ähnlich …ich hab ja sogar ein billy regal tapeziert… *hust* nech…)

    also: so schlim wie es scheint isses bestimmt nicht. und ich glaub fest dran, dass du noch zu ner lösung kommst; nur dass die kollegen oder andere leute dann ärger machen ist wirklich lästig, aber vielleicht muss man dann auch ehrlich sein und was ansprechen und wenn man das nich will gibts da auch ganz lustige tricks um sowas abzustellen 😉

    lg :-*

  2. *knuddel* …ich schreib dir mal in einer ruhigen Minute eine mail…wir wollen ja nicht den Kemmentarberreich sprengen.

    Jetzt wünsche ich dir erstmal eine gute Nacht…

    GLG
    Ruby

  3. taschenmaedchen

    ich melde mich auch für eine email an. mach dir keinen kopf.

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