Soll ich oder soll ich nicht…

Bis Samstag verlief mein Leben eigentlich wieder in geregelten Bahnen, nach dem sich die berufliche Situation meines Freundes verbessert hat und eigentlich ein entspanntes Jahr in Aussicht war, mit der Möglichkeit eventuell doch endlich zusammenzuziehen…

Am Samstag waren wir auf einer Praxisfeier meiner Chefin eingeladen, die sich in einer unbeobachteten Minute meinen  Freund geschnappt hat, um ihm mehr oder weniger indirekt durch die Blume zu sagen, dass er und ich doch mit ihr in die Pfalz gehen könnten, wo sie sich zur Zeit eine neue Praxis aufbaut (sie zieht nächstes Jahr weg aus Berlin, eben da runter)…

Geahnt hatte ich das ja schon was länger abes es nun so bestätigt zu wissen, hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Während mein Freund die Idee eigentlich ganz gut fand, schossen mir sofort etliche Dingen in den Kopf, die mich die Sache weniger rosarot sehen ließen…

Das Örtchen, wo die Praxis liegt nennt sich Wachenheim, das liegt in der Nähe von Ludwigshafen und Mannheim…also kein Vergleich mit Berlin in jeglicher Hinsicht. Gut, man hat die schönste Natur da, relativ angenehmes Klima und eine angenehmere Zusammensetzung an Menschen als hier in Berlin. So viel zu den Vorteilen…

Jedoch ist es eben eine Kleinstadt (soweit ich weiß), infrastrukturtechnisch also nicht auf dem Level, den ich verwöhntes Stadtkind gewohnt bin. Das hieße ich müsste erst mal nen Führerschein machen weil mein Freund zur Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht fahren kann, es müsste ein Auto gekauft werden… alles Ausgaben, die eigentlich gar nicht möglich sind uns. Er hat zudem gerade hier einen Job gefunden und müsste unten wieder von vorne anfangen… ohne dass er da was hat, wäre an den Umzug eh nicht zu denken und zuletzt bleibt da noch mein neues berufliches Spektrum. Ich meine gut, es ist schon schön zu wissen, dass jemand eine wie mich, die erst seit 1 Jahr ausgelernt hat, zum Aufbau einer neuen Praxis anstellen würde. Da gehört ja ne Menge Know-How zu, was ich noch nicht habe momentan. Ich weiß nicht, ob ich es mir zu traue, in einem anderen Bundesland (andere Abrechnungsmethoden) die Verwaltung einer kompletten Praxis allein zu stemmen…*___*

Dieser Plan von ihr kann noch nicht so alt sein, zumindest der konkrete Wunsch, da sie mir letztes Jahr eine Weiterbildung gecancelt hatte, deren Inhalte ich in dieser Situation gebraucht hätte…

Obwohl derlei viele Argumente gegen diesen Vorschlag sprechen, beschäftige ich mich dennoch weiter mit dem Gedanken… meine Mama meinte dazu, dass man sowas nur macht, wenn man jung ist und sonst zu viel negative Aspekte im Auge hätte… Die Pfalz ist jetzt nicht gerade der Traumort, an den ich mal ziehen wollte, das muss ich auch zugeben. Wäre sie nach Schweden, in die Schweiz oder so ähnlich gezogen, müsste ich glaub ich nicht lange überlegen.. aber die Pfalz? Es lässt sich da bestimmt schön leben aber ich weiß nicht, ob es nicht der falsche Zeitpunkt ist. Auch vom Finaziellen her. Wir müssten uns ja mehr oder weniger neu einrichten und dann mit dem Führerschein und dem Auto…ich will meiner Chefin auch für nichts dankbar sein müssen… das ist so eine Eigenart von mir.

Zudem fehlen mir – weil sie mich noch nicht persönlich angesprochen (und das mit meinem Freund wohl nur ein Abchecken ihrer Chance war) hat- wichtige Informationen, wie z.B. wie lange sie arbeiten möchte; ich meine damit die wöchentliche Arbeitszeit, die ich für mich ja eigentlich auf halbtags reduzieren wollte…und natürlich den Gehaltsaspekt. Noch befände sich die Praxis ja im Aufbau… ich zweifel nicht daran, dass meine Chefin die genauso erfoglreich aufzieht wie die hier in Berlin aber man weiß ja nie. Sie zieht mit ihrem Mann da runter weil sie weniger arbeiten möchte – eigentlich.

Ach mir geht so viel durch den Kopf- es könnte ne Chance sein (ich denke da an die Wort meiner Mama von Weihnachten), die man ja auch nicht jeden Tag bekommt. Und wir sind ja auch jung, könnten jederzeit auch woanders hin wenns uns da nicht gefällt… aber ich zähl mich doch eher zu den seßhaften Typen und mag Umzüge nicht wirklich. Zudem wollten wir in 2,3 Jahren schon an Familie denken, ein Vorhaben, was durch diese Aktion stark ins Unsichere rutscht. Und um ehrlich zu sein, kann ich mir noch nicht vorstellen, wie dieser Umzug organisatorisch realisiert werden soll… wir müssten ja auch als allererstes mal da hin um uns die Ecke da mal anzuschauen – ohne Auto wieder ein äußerst problematisches Vorhaben.

Ach Mensch, ich schreib hier wirr durcheinander… Vielleicht hat ja jemand von euch Gedanken dazu, die mir bei meiner Entscheidungsfindung helfen können.

Habt alle einen schönen Wochenstart

Monique

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4 Kommentare

Eingeordnet unter Dies und Das

4 Antworten zu “Soll ich oder soll ich nicht…

  1. Froschprinzessin

    ohje *_*
    das ist ja wirklich mal was. da kann ich dein Zögern zu gut verstehen. Vor allem sollte deine Chefin erstmal mit dir darüber reden;
    weil natürlich ist es ne chance und klingt echt gut; aber wenns schon damit anfängt ne wohnung zu suchen ohne mitm Auto dahin zu kommen und Führerschein nachholen (was ja wirklich nicht billiger wird)
    dann ist das schon ziemlich deftig 😦
    is halt die frage ob sie selber schon was hat, dort? ansonsten könnte sie euch ja mal n tag mitnehmen zum Wohnungs und Ort angucken.
    Ich denke der Chefin was schuldig zu sein wär auf jedenfall besser als für Auto oder oder oder einen Kredit aufnehmen zu müssen (je nachdem was noch für Kosten anfallen für umzug etc pp)

    Ich wär genauso hin und hergerissen wie du denk ich.
    Und ich bin auch eher der heimatfreund, also ich würd sowas nur machen wenn die Kohle stimmt und das auf absehbar sichere Zeit 😉

  2. merci infiniment pour tout ses commentaire sa me touche, je ne parle ni l’anglais ni l’allemand donc je suis désolé encore merci et j’aime énormément toute tes photos.

  3. Na du…
    jetzt stehst du also vor derselben Situation wie ich vor zwei Jahren. Mein Mann (damals noch mein Freund) und ich kommen ja aus dem schönen Niedersachsen und sind 2008 nach Hessen gezogen, in ein kleines Dorf mit nicht allzu vielen Möglichkeiten. Die nächste Stadt (Fulda) ist 19 km von hier und jeder große Einkauf wird da gründlich geplant, damit ich nur einmal fahren muss.
    Ich versteh dich so gut, dass du hin und her gerissen bist. Einerseits ist so ein kompletter „Klimawechsel“ richtig toll, spannend und man lernt sehr, sehr viel für´s eigene Leben. Andererseits läßt man sehr viel in der alten Heimat zurück.
    Ich würde es aber jedesmal wieder machen. In den letzten zwei Jahren hat sich mein Leben so verändert, ich glaube nicht, dass es alles so gekommen wäre, wenn ich mit Jürgen nicht hierher gezogen wäre.
    Vielleicht hilft dir das ja weiter, was ich dir erzählt habe. =)

    Liebe Grüße,
    Jana

  4. Frank Mehlmer

    Liebe Bloggerin!

    Als Städter, der nach Wacheheim gezogen ist, und das vor 15 Jahren, muss ich sagen, Wacheheim ist den Schritt wert und ebenso ist das die Pfalz.

    Ein schöner Landstrich mit extrem hohem Freizeitwert, Grossstädte in der Nähe, Wald Natur, Wachenheim hat eine komplette Inftrastruktur, mit Bahnhof usw. Meine verstorbene Frau kam aus Buenos Aires immerhin 4 mal so gross wie Berlin und hat sich pudelwohl gefühlt.

    Viel Spass beim weiterdenken

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